Cover von »Christine Rädlinger – Geschichte der Isar in München«  

Christine Rädlinger
Geschichte der Isar in München

       

Wasserbau für die Stadt

 

Im August 2011 fanden die umfangreichen Arbeiten zur Renaturierung der Isar im Münchner Stadtgebiet ihren Abschluss. Diese unter dem Projektbegriff »IsarPlan« durchgeführte Umstrukturierung des Flussbetts bietet Anlass genug für eine Rückschau auf die Bemühungen der Münchner um »ihre« Isar.

 

Handelsweg Isar

 

Schon seit der Stadtgründung wurden ständig umfangreiche Arbeiten am Flussbett durchgeführt, um den Fluss als Wasserstraße befahrbar und Isarwasser als Energielieferant verfügbar zu machen. Diese Maßnahmen lagen im Mittelalter bis in die frühe Neuzeit im Verantwortungsbereich der Stadt und wurden erst im 19. Jahrhundert in einzelnen Abschnitten vom Hof bzw. staatlichen Stellen übernommen.

 
Gemälde »Die Kohleninsel« von Adolf Lier, 1869

Die Kohleninsel, Adolf Lier, 1869

 
                 
                 
 

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Christine Rädlinger
Geschichte der Isar in München

Herausgegeben vom Stadtarchiv München

 

Mit Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München

 

Hardcover, Format: 23 x 27 cm
312 Seiten
381 großformatige, meist farbige Abbildungen
Umfangreiches und bebildertes Glossar

 

Beilagen:
Die Isar um 1800 von Thalkirchen bis Unterföhring auf 2 m Länge
Stromatlas von Adrian Riedl, Blatt Isar, 50 x 40 cm DVD mit einer filmischen Dokumentation der Renaturierungsmaßnahmen
ISBN 978-3-943866-11-7

Preis: 38,50 Euro

Versandkosten innerhalb Deutschlands: 4,- Euro

Preise inkl. MwSt

 

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Die Isar von Großhesselohe aus, 1906

Die Isar von Großhesselohe aus, 1906

 

Hochwasserschutz

 

Die Versuche des Umlenkens ganzer Isararme wurden nicht selten vom nächsten schweren Hochwasser wieder zunichte gemacht. Zum Schutz der Menschen vor den häufigen Überschwemmungen ganzer Stadtteile bei gleichzeitiger Nutzung der Wasserenergie arbeiteten Münchner Wasserbauer schließlich an der Reduzierung vieler einzelner Flussarme auf ein einziges, deutlich verengtes Isarbett.

 

Energiegewinnung

 

Während seit dem 16. Jahrhundert nur einzelne Flussabschnitte mit baulichen Maßnahmen verändert wurden, fand mit Beginn des 19. Jahrhunderts eine systematische Regulierung des Flusses innerhalb der Stadtgrenzen statt mit dem Ziel, die wirtschaftliche Nutzung und den Hochwasserschutz zu optimieren. Die für die Kanalisierung der Isar und zum Schutz vor Hochwasser angelegten Wehre und Dämme vergrößerten dabei auch das Münchner Stadtgebiet; es entstanden die Isarinseln und neue Stadtteile.

 
             
             
      Gemälde »Blick von Großhesselohe auf München« von Eduard Schleich d.Ä., um 1870  
       

Blick von Großhesselohe auf München, Eduard Schleich d.Ä., um 1870

 
               
               
   
Südwerk 1, erstes städtisches Kraftwerk an der Isar

Südwerk 1, erstes städtisches Kraftwerk an der Isar

 

Neue Kraftwerke contra Erholungsgebiet

 

Die technischen Möglichkeiten der Stromübertragung gaben schließlich den Ausschlag für den Bau des Isarkanals und von insgesamt fünf Kraftwerken. Der ursprüngliche Wildfluss Isar erhielt damit für lange Zeit das Bild eines weitgehend kanalisierten Flusses. Gleichzeitig veränderte sich aber auch die Wahrnehmung der Münchner für ihren Fluss, es entwickelte sich ein romantisches Isarbild. Einzelne Flussabschnitte wurden im Stadtbereich zu Grünanlagen, der Bau der Isartalbahn schuf die Voraussetzungen für das Isartal als Erholungsgebiet der Münchner. Mit der wachsenden Bedeutung der Isar als Erholungsraum kam der Wunsch auf nach einer natürlichen Flusslandschaft, die man so erfolgreich verdrängt hatte.

 

Die Geschichte von Stadt und Fluss

 

Die Historikerin Dr. Christine Rädlinger beschreibt in acht Zeitphasen die chronologische Entwicklung des Flusslaufs im Stadtgebiet, die wechselnden planerischen Absichten und technischen Möglichkeiten sowie die gesellschaftlichen Interessen. Ergänzende Texte zur letzten Umbauphase der Renaturierung stammen von Karl Hafner, dem ehemaligen Leiter des Wasserwirtschaftsamtes München sowie vom Biologen Matthias Junge und der Landespflegerin Adele Nebl.

 
               
               
   
Renaturierung 2010, Ausbau der Kleinen Isar

Renaturierung 2010, Ausbau der Kleinen Isar

  Das dreistufige Wasserbett nach einer Planung von 1911  
       

Das dreistufige Wasserbett nach einer Planung von 1911

 
               
               
   
Ausbau der Quaimauern an der Widenmayerstraße

Ausbau der Quaimauern an der Widenmayerstraße

 

Ein Standardwerk für München-Liebhaber

 

Das Buch ist reich bebildert mit Ansichten des Flusslaufs in den unterschiedlichen Zeitepochen, zahlreichen Planunterlagen und umfangreichem Bildmaterial. Ein umfassendes Glossar mit Erläuterungen der technischen Begriffe und weiteren thematischen Karten ergänzt den Hauptteil. Als Beilage wird das Buch eine kartographische Darstellung der Isar im Stadtgebiet aus den Jahren 1800/1802 erhalten und eine DVD mit einer filmischen Dokumentation der Renaturierungsarbeiten.

 

»... Es ist nicht nur ein sehr ansprechendes Buch entstanden, das in einer Reihe steht mit den bisher von Dr. Christine Rädlinger verfassten Standardwerken zur Geschichte der Stadtbäche und der Brücken in der Stadt, sondern auch eine gut verständliche Darstellung eines für München so zentralen Themas, das auch in der nahen Zukunft weiter im Fokus bleiben wird. Das Buch wird damit auch für zukünftige Planungen zu einer wichtigen Grundlage werden.«

Stadtdirektor Dr. Michael Stephan
Leiter des Stadtarchivs München

 
               
               
    Die Isar von Thalkirchen bis zur Kohleninsel, Adrian Riedl, 1800  
   

Die Isar von Thalkirchen bis zur Kohleninsel, Adrian Riedl, 1800

 
               
               
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