Christine Rädlinger: Vom Wasser auf die Straße · Flößerei in der Umbruchszeit
 

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Christine Rädlinger

Vom Wasser auf die Straße · Flößerei in der Umbruchszeit

 

80 Seiten, mit vielen Bildern zur Flößerei und zur Holzwirtschaft an Isar und Loisach, Format 21 x 21 cm, Broschurbindung

 

Im Auftrag des Flößerkulturvereins München-Thalkirchen

 

ISBN: 978-3-943866-50-6

 

Buchhandelspreis: 12 Euro

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Preise inkl. MwSt.

 

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Flößer an der Unteren Länd in München

Flößer an der Unteren Länd in München

Floß bei Langeneck

Floß bei Langeneck

 
Floßbau an der Brücke bei Vorderriß

Floßbau an der Brücke bei Vorderriß

     

Christine Rädlinger

Vom Wasser auf die Straße · Flößerei in der Umbruchszeit

Der Transport schwerer Güter wurde seit Jahrhunderten auf Wasserstraßen durch geführt. Flößer brachten auf ihren Flößen Baumaterial wie Steine, Gips und Kalk, Kreide oder Wetz- und Schleif steine, dazu Heiz material in die Städte München, Passau, Wien und sogar Budapest. Vorrangiges Transportgut war seit der zweiten Hälfte des 19. Jahr hunderts allerdings Holz in jeder Art: Bauholz für die wachsenden Großstädte München, Wien und Budapest. Holz arbeit im Wald war auch ein weiteres Arbeitsfeld der Flößer; man ging zusammen ins Holz und fuhr zusammen auf dem Floß. Die Flöße fuhren je nach Auftragslage und Wasserstand zwischen März und November. Regelmäßig verkehrten auch Passagierfl öße aus den Bergen bis nach Wien.

 

Die Fahrtdauer von Großweil durch den Triftkanal bis München betrug damals je nach Wasserführung 6–8 Stunden, von München nach Wien 6–7 Tage. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand eine Fülle von Bestimmungen zur Regelung des Floßverkehrs auf den Wasserstraßen. So konnten nach der bayerischen Floßordnung von 1843 nur ausgebildete Flößer ein Floß führen, konzessionierte Floßmeister bildeten Lehrlinge aus. Frauen war offi ziell die Arbeit auf Flößen verboten, sie brachten angeblich Unglück. Junge unausgebildete Männer und Frauen wurden aber vor allem während der Weltkriege auf Flößen beschäftigt.

 

Flößer mussten auf einer mehrere Tage dauernden Floßfahrt zu ihren Zielorten und auf ihrem langen Rückweg in ihre Heimat Unterkünfte für die Nacht suchen. Entlang der Flüsse gab es deshalb Herbergen für Flößer, kleine Häuser bei Bauernhöfen, aber auch Klosterherbergen. Die Rückkehrer von den Zielhäfen oder Länden gingen auf den Flößersteigen entlang der Flüsse; noch heute sind Teile dieser Wege in den Straßennamen enthalten. Mit dem Bau der Eisenbahnlinie nach Wien verkürzte sich allerdings dieser Rückweg, der bisher Wochen gedauert hatte, auf wenige Tage. Für Flößer gab es außerdem ein verbilligtes Rückfahrticket.

 
Die Öttl-Säge in Vorderriß

Die Öttl-Säge in Vorderriß

 
Floßlände in Bad Tölz

Floßlände in Bad Tölz

 
Mitglieder der Flößerfamilie Willibald

Mitglieder der Flößerfamilie Willibald