Westend • Reiseführer für Münchner
 

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Freimut Scholz

Neptun auf der Jagd nach Liebe und andere Göttergeschichten

 

62 Seiten, zahlreiche Detailfotos, Zeichnungen aller Putten-Reliefs und zwei Übersichtspläne, Format 14,5 x 21 cm, Broschurbindung

 

ISBN 978-3-943866-51-3

 

Preis: 12,50 Euro

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Preise inkl. MwSt

 

erscheint im November 2016

 

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Der Bildhauer Roman Anton Boos
 

Freimut Scholz
Neptun auf der Jagd nach Liebe und andere Göttergeschichten

Das Große Gartenparterre hinter dem Schloss Nymphenburg ist mit zwölf Götterfiguren und zwölf Ziervasen geschmückt. Amüsante Puttenszenen erzählen von Taten und Schicksalen aus der Welt der antiken Götter und Göttinnen und laden zum Betrachten ein. Die Vasenreliefs werden hier zum ersten Mal vollständig gedeutet. Auch über die Hintergründe ihres Entstehens bietet dieser kleine Parkführer neue Informationen.
 
Die Nymphenburger Figuren und Ziervasen wurden nicht in einem Zuge geschaffen, sondern sind das Ergebnis einer Entwicklung von sieben Jahrzehnten, in denen sich die Ausstattung des Parks mehrmals veränderte.

  Lageplan der Parkanlage westlich des Nymphenburger Schlosses
         
         

Pläne für eine Reihe von Götterfiguren hatte es bereits 1728 unter dem Kurfürsten Karl Albrecht (1726–1745) gegeben. Aber erst Max III. Joseph (1745–1777) gab zwei Statuen bei dem Italiener Giovanni Marchiori in Auftrag. Seit 1765 bildete das auffallende Figurenpaar der Kybele und des Saturn unmittelbar hinter dem Schloss den Anfang der geplanten Reihe. Für weitere Götter beauftragte der Kurfürst unter anderen die einheimischen Künstler Johann Baptist Straub und Ignaz Günther. Ihre Figuren wurden im Lauf der nächsten sieben Jahre als Stuckmodelle in voller Größe im Park aufgestellt, aber von den Bildhauern nicht mehr selbst in Marmor ausgeführt.

  Nymphenburger Schlosspark
         
         

Als Roman Anton Boos 1774 die Stelle eines Hofbildhauers erhalten hatte, wurde er von Max III. Joseph beauftragt, die Figur der Amphitrite nach einem bereits vorhandenen Modell der Thetis von Johann Baptist Straub auszuführen und damit das Paar der Meeresgottheiten zu vervollständigen (1775). Doch erst unter Kurfürst Karl Theodor (1777–1799) wurde die Anlage vollendet. Die Stuckmodelle beiderseits des Parterres wurden durch gemeißelte Marmorfiguren ersetzt.

 

Am Ende umfasste der Zyklus insgesamt sechzehn Gottheiten. Neun weitere Statuen von Roman Anton Boos und vier von Dominik Auliczek waren hinzugekommen. Abschließend schuf Boos zwischen 1788 und 1798 die zwölf Ziervasen, die jeweils paarweise alle zwei Jahre von ihm geliefert und zwischen den Statuen bei den zugehörigen Gottheiten eingeordnet wurden. Der Hofbildhauer hatte den Kurfürsten um diesen neuen Auftrag gebeten, um seine Familie auch in Zukunft ernähren zu können.

  Statue der Minerva
         
         

Doppelseiten aus dem Buch
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