Theodor Fischer Atlas

       

In seiner kurzen Zeit als Leiter des Stadterweiterungsbüros in München hat der Architekt Theodor Fischer zwischen 1893 und 1901 in planerischer und gestalterischer Hinsicht eine grundlegende Basis gelegt für die weitere städtebauliche Entwicklung der Stadt München. In mehr als 400 einzelnen Planungen definierte Fischer Straßen und Platzräume, die bis heute in vielen Stadtteilen ein charakteristisches Bild der Stadt prägen.

 

Die Auseinandersetzung Theodor Fischers mit dem konkreten Ort, dem kulturellen Erbe und den objektiven Bedürfnissen der Zeit, die in seinen vielen einzelnen Planungen dokumentiert ist, hat wiederum selbst authentische Orte geschaffen, die Teil des vertrauten München-Bildes geworden sind. Zur Umsetzung der Ergebnisse des Stadterweiterungswettbewerbs von 1891 schlug der städtische Baurat Wilhelm Rettig die Gründung eines Stadterweiterungsbüros als eigene Behörde vor und für dessen Leitung den Architekten Theodor Fischer.

 

 
                 
                 
 

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Theodor Fischer Atlas

Städtebauliche Planungen in München

 

Herausgeber

Sophie Wolfrum, Lehrstuhl für Städtebau und
Regionalplanung, TUM

Recherche, Plansynopse

Alexandra Block

Foto-Dokumentation

Markus Lanz, Pk. Odessa Co

 

Hardcover,
Format 23 x 27 cm, 352 Seiten
mit 200 Baulinienplanungen
von Theodor Fischer

66 Photographien zu charakteristischen städtebaulichen Situationen

12 Photographien von Bauten Theodor Fischers

Baulinienplan von 1899

Erster Staffelbauplan von 1904

18 Übersichten der Stadtviertel

Projektliste von 429 Baulinienplanungen Theodor Fischers

 

CD mit der Plansynopse der Baulinienplanungen auf der Grundlage eines aktuellen Schwarzplans

 

Buchhandelspreis: 64 Euro

 

Versandkosten innerhalb Deutschlands: 4 Euro

Preise inkl. MwSt

 

ISBN 978-3-943866-00-1


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In den folgenden acht Jahren seiner amtlichen Tätigkeit gelang es Fischer, dem Drängen der privaten Bauinteressenten und der Grundstücksgesellschaften gerecht zu werden, ohne die soziokulturellen und ästhetischen Ansprüche zu vernachlässigen. Die in dieser Zeit von dem Wiener Architekten Camillo Sitte entwickelten Vorstellungen eines »künstlerischen Städtebaus«, denen sich Rettig und Fischer verpflichtet sahen, eröffneten auch für München die Möglichkeit, in der Gestaltung von Straßen, Plätzen und Baulinien vorhandene Wegestrukturen aufzunehmen und auf bestehende Grundstücks- und Besitzverhältnisse einzugehen.

 

Bis auf wenige Ausnahmen ersetzte Fischer die geometrisch-starren Alignement-Planungen des 1891 verstorbenen Baurats Arnold von Zenetti, deren unflexible Parzellierungsweise ohne ein entsprechendes Enteignungsrecht auch gar nicht durchsetzbar gewesen wäre. Die Rücksichtnahme der städtebaulichen Planungen auf alte Besitzabgrenzungen hatte für Theodor Fischer neben den praktischen Vereinfachungen der Grundstücksteilungen und seinen ästhetischen Absichten auch eine grundlegende Bedeutung im Sinne einer Bewahrung der Geschichte eines Ortes durch den Erhalt der Struktur von Flurwegen und Feldgrenzen.

 
             
             
        Tal  
               
               
     

In einer großen Zahl von Einzelplanungen legte Fischer neue Baulinien fest, vorwiegend für die Viertel Schwabing- Nord, Bogenhausen, Nymphenburg-Gern, Pasing, Laim, Sendling, Thalkirchen und Harlaching. Auf einen umfassenden Baulinienplan für das ganze Stadtgebiet wurde vorerst verzichtet, auch um die Bauspekulation in Grenzen zu halten. Theodor Fischer blieb bis 1901 Leiter des Stadterweiterungsbüros, danach nahm er einen Ruf an die Technische Hochschule in Stuttgart an. Versuche, ihm eine Professur in München einzurichten, waren nicht erfolgreich. Die Konzeption eines Generalbaulinienplans hatte Fischer bis dahin im Wesentlichen fertiggestellt. 1904 wurde der Staffelbauplan rechtskräftig.

 

Die Publikation der städtebaulichen Planungen Theodor Fischers in München will zum einen die Planungen katalogisieren und ihren Umfang im damaligen und heutigen Stadtgebiet in synoptischer Weise aufzeigen und sie zum anderen durch aktuelle Aufnahmen in ihrem heutigen Kontext dokumentieren. Im Vergleich der Planungen mit den Bildern des Photographen Markus Lanz wird an ausgesuchten Beispielen auch die Vorgehensweise Theodor Fischers klar: sein pragmatischer Umgang mit den baurechtlichen und grundstückstechnischen Vorgaben, sein baukünstlerischer Anspruch und der Weitblick zur städtebaulichen Entwicklung einer Großstadt.

 
               
               
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