»WohnOrt München« von Ferdinand Stracke
 
 

Ferdinand Stracke

WohnOrt München

Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert

 

Mit einem Vorwort von
Oberbürgermeister Christian Ude

 

Format: 23 x 27 cm, 384 Seiten,
mit über 500 Abbildungen, Plänen und Wohnungsgrundrissen, Hardcover

 

Franz Schiermeier Verlag München
ISBN 978-3-9814521-2-9

 

Buchhandelspreis: 42,50 Euro

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WohnOrt München
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Über Wachstum und Stadtgestalt

In einer kurzen Einführung werden dem Leser einige Grundsätze des urbanen Entwicklungsprozesses vorgestellt. Auch wenn das 20. Jahrhundert Gegenstand der Arbeit ist, erscheint es nützlich, einen Blick auf die Historie der Stadt zu werfen um die hinterlassenen, immer noch wirksamen Raumstrukturen zu erkennen und einordnen zu können.

 

Nukleus und Gefügedichte

Die »Alte Stadt« ist heute noch im Stadtgrundriss zu erkennen; der Verlauf der Stadtbefestigung, ein hoch verdichtetes Stadtgefüge mit Zeichen und Symbolen von politischer und religiöser Macht, Wirtschaft und Bürgertum.

 

Kern und konzentrisches Wachstum

Die europäische Stadt des 19. Jahrhunderts bildet einen ersten Wachstumsring um den mittelalterlichen Nukleus und bedeckt eine Fläche, die ein Vielfaches der »Alten Stadt« bedeckt. Sie zeigt ein rationales, geometrisches Gliederungssystem, das von geraden Fluchtlinien, blockartiger Bebauung, Straßenachsen und Platzbildungen bestimmt ist.

 

 

Das zentrifugale Wachstum

Das noch relativ geschlossene Gefüge der Stadt des 19. Jahrhunderts löst sich unter dem Einfluss moderner Verkehrstechnologien auf und dehnt sich in Form von unterschiedlichen Siedlungseinheiten in die engere Region aus; es entsteht die Stadtlandschaft der Moderne.

 
Siedlung Neuhausen 1928-1930

Siedlung Neuhausen 1928-1930

 

Überformung und Innenentwicklung

Transportprobleme (Stau) und Landschafts-Verbrauch (Ökologie) verweisen die urbane Entwicklung auf Raumressourcen im Bestand der Stadt. Neustrukturierung und Nachverdichtung führen zurück zu einem kompakten Stadtkörper

 

München: Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert

Die städtebauliche Entwicklung der Stadt München im 20. Jahrhundert lässt sich in acht Phasen einteilen.
Es sind Entwicklungsschritte, die von gesellschaftlichem Wandel, von den Veränderungen wirtschaftlicher Wachstumsfaktoren und allen voran vom Wechsel städtebaulicher Leitbilder bestimmt sind. In ihren Abfolgen, die an städtebaulichen Ereignissen festzumachen sind, seien es Planungen oder bauliche Realisierungen, ergeben sie eine eigene Form von Stadthistorie. Wohnen ist eine Primärfunktion der Stadt, Wohnen ist zugleich Lebenserfahrung für jeden einzelnen innerhalb der Stadtgesellschaft und innerhalb des räumlichen Gefüges.

 

         
         
Wohnsiedlung Neu-Perlach 1967-1982   Wohnsiedlung Neu-Perlach 1967-1982   Wohnanlage Theresienhöhe 1996–2005

Wohnsiedlung Neu-Perlach 1967-1982

 

Wohnsiedlung Neu-Perlach 1967-1982

 

Wohnanlage Theresienhöhe 1996–2005

         
         

Die Publikation ist das Ergebnis einer mehrjährigen Forschungsarbeit. Über einen Betrachtungszeitraum von 100 Jahren werden städtebaulich relevante Ereignisse beschrieben und bewertet. Welche Kräfte, welche Antriebe waren es, die bestimmte Entwicklungen ausgelöst haben, welche städtebaulichen Leitbilder prägten diese einzelnen Entwicklungsphasen mit deren Erzeugnissen wir im normalen Alltagsleben umgehen und die umso mehr Fragen nach Erklärungsmustern provozieren, je bewusster wir uns mit ihnen auseinandersetzen?

 

In der Wahrnehmung und Nutzung des urbanen Raums der Stadt nehmen wir die Spuren von Werden und Wandel, auch von Glanz und Elend und von Ereignissen wahr, die in seinen Erscheinungsbildern gespeichert sind.

 

Die Arbeit untersucht die städtebauliche Kultur Münchens hinsichtlich ihrer individuellen Entwicklung aber auch als europäische Stadt des 20. Jahrhunderts. Sie fragt nach Ursache und Wirkung von bestimmten Stadtentwicklungen: Welche Bedingungen und welche Impulse führten zu dieser Stadt, die heute den Lebensraum von 1,3 Mio. Menschen bildet?

 

Das Buch soll nicht nur fachlich abgewogene Antworten geben, vielmehr soll es zu einer geschärften, individuellen Wahrnehmung der gebauten Umwelt führen und zu ganz persönlicher Interpretation einladen.

 

Dokumentation
der Wohnungsprojekte

In den acht Kapiteln der Publikation werden mehr als 50 einzelne Wohnprojekte mit Schwarzplänen, Wohnungsgrundrissen und zahlreichen Bildern dokumentiert.

 

Stadtentwicklungspläne, Lagepläne der Projekte und Zusammenstellungen der gesellschaftlich und politisch relevanten Ereignisse sowie der planungsrechtlichen Grundlagen und der verantwortlichen Planer und Politiker ergänzen die Dokumentation.

         
         
Stadtentwicklungsplan 1960
       

Stadtentwicklungsplan 1960

         

Der Autor

       

Prof. em. Dipl.-Ing. Ferdinand Stracke (geb. 1935) war von 1989 bis 2003 Ordinarius am Lehrstuhl für Städtebau und Regionalplanung der Fakultät für Architektur der TU München. Als freier Architekt und Stadtplaner war Stracke mit Büros in Darmstadt, Bonn, Braunschweig und München über 40 Jahre mit städtebaulichen Projekten im In- und Ausland befasst. Seit seiner Emeritierung widmet er sich städtebaulichen Forschungsprojekten am Institut für Entwerfen, Stadt und Landschaft an der TUM.

 

Mit München verbinden ihn Projekte wie z.B. die Planung für Neuperlach Süd (Wettbewerb), ein Verdichtungskonzept, die sogenannte Hochhausstudie im Rahmen des Stadtentwicklungsplans 1998 und ein Konzept für den Entwicklungsraum Mittlerer Ring, daneben Preisgerichte und Gutachten.

 

Stracke war von 2002 bis 2008 Vorsitzender der Landesgruppe Bayern der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung und wurde 2005 vom Freistaat Bayern mit der Leo-von-Klenze-Medaille ausgezeichnet.

         
         
Doppelseite aus »WohnOrt München« von Ferdinand Stracke   Doppelseite aus »WohnOrt München« von Ferdinand Stracke
         
         

01
1890–1918:
München im sozio-
ökonomischen Wandel

Umbruch: Ende der idyllischen Residenzstadt und ihrer Gesellschaftsordnung, Stadterweiterung, Industriestandort, Neuordnung, Staffelbauplan von Theodor Fischer.


02
1919–1930:
Entgrenzung | Überformung

Vorstoß in den Raum: neue Mobilität, Wirtschaftskrise, kommunaler Wohnungsbau, Reformideen der Moderne.

 

03
1931–1943:
Überformung

Gigantomanie: neue Raumstrukturen, rigoroser, aber nicht vollendeter Versuch eines Stadt-Umbaus durch die NS-Planung.

 

04
1944–1958:
Nach dem Desaster

Wiederaufbau im Spannungsfeld zwischen konservativen und modernen Leitbildern, Wohnungsnot.

 

05
1959–1972:
Sprung in eine neue Dimension

Stadtwachstum im »Wirtschaftswunder«, Entwicklungsmotor Olympische Sommerspiele 1972, moderne Infrastruktur und neue Maßstäbe im Wohnungsbau.


06
1973–1983:
Hausse und Baisse

Stagnation, Ölkrise, Entdeckung von Entwicklungsressourcen im Bestand, Sanierung und Stadterneuerung.

 

07
1984–1998:
Boomtown | Innenentwicklung

Von der heimlichen Hauptstadt zum Global Player, Modernisierung der Erwerbsstruktur durch Forschung und Entwicklung, Konversionsprojekte, München »kompakt, urban, grün«.

 

08
1999–2010:
Isarmetropole

Stadt und Region: Konkurrenten oder kooperierendes Zukunftsmodell, Grenzen der Verdichtung und Gentrifizierung der Kernstadt, Urban Landscape, Suche nach neuen Identitäten.

 

Vier Specials
Metropolregion, Einfamilienhäuser,
Hochhäuser, Grün.

 

Ein Epilog
Über die Zukunft des Wohnungsbaus: Frau Prof. Thalgott, Frau Prof. Dr. (I) Merk und Prof. Dr. Ottmann im Gespräch mit Prof. Stracke.